Die Zinsen auf Sparkonten sind seit mehreren Jahren rückläufig und flirten mit Nullzinsen. Was führte zu diesem dramatischen Rückgang und warum bleibt es bei einem Nullzins?

Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir einen Blick zurück auf die dramatischen Veränderungen werfen, die die Kreditkrise 2008 mit sich brachte.

Hier erklären wir kurz und einfach, wie wir in diese Situation gekommen sind.

Am Anfang

Nach der Krise 2008 versuchten die großen Zentralbanken wie die Fed, die US-Zentralbank und die Europäische Zentralbank (EZB) unter der Führung von Mario Draghi, die Konjunktur wieder anzukurbeln.

Ihre Idee war es, wieder mehr Geld in Umlauf zu bringen, mit der Absicht, Investitionen und Konsum zu fördern und die Liquidität zu erhöhen.

Zu diesem Zweck begannen sie zu verschiedenen Zeitpunkten, Anteile an Staatsschulden, d.h. Staatsanleihen, zu kaufen. Auf diese Weise flossen ihnen neue liquide Mittel zu, die von den Börsianern für neue Investitionen genutzt wurden.

Die erhöhte Nachfrage nach Aktien führte zu einem deutlichen Anstieg der Börsenwerte, die während der Kreditkrise auf 43 % fielen. In der Folge erholte sich die Wirtschaft.

Um den privaten Konsum anzukurbeln, senkten die Zentralbanken gleichzeitig ihre Zinssätze, was wiederum zu niedrigeren Zinsen bei den Geschäftsbanken führte.

Niedrigere Zinssätze erleichterten mehr privaten Kreditnehmern, wie Ihnen und mir, den Zugang zu Krediten. Dies hat die Konsumausgaben angekurbelt.

Nehmen Sie zum Beispiel die Hypothek:
Ein niedriger Zinssatz fördert den Kauf, die Renovierung oder den Bau von Häusern.

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage wird mehr gebaut oder renoviert.

Diese Baustellen erfordern die Einstellung von neuen Mitarbeitern, die ein Einkommen erhalten werden.

Infolgedessen werden mehr Menschen mehr verdienen und mehr ausgeben, um zu konsumieren.

Die globale Wirtschaftstätigkeit wird dadurch angeregt.

Heute

Dank der Maßnahmen, die nach der Krise 2008 ergriffen wurden, konnte sich die Wirtschaftstätigkeit erholen. Auf diese Weise wurde eine große Krise wie im Jahr 1929 vermieden.

Dann gingen viele Unternehmen auf der ganzen Welt in Konkurs und Millionen von Mitarbeitern gerieten in die Armut.

Die wirtschaftliche Aktivität blieb jedoch fragil, da sie auch von sozialen und politischen Faktoren abhängt, die auf unserem Planeten für Unruhe sorgen.

Die politische Lage in der Welt ist nicht gerade ruhig. Der Handelskrieg zwischen China und den USA, die Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten und insbesondere die Instabilität im Nahen Osten bringen viel Unsicherheit für die Zukunft mit sich. Außerdem wissen wir, dass Investoren zögern, dort zu investieren, wo es offensichtliche Risiken gibt.

Auf der anderen Seite werden die Rohstoffpreise durch Konflikte enorm beeinflusst. Zum Beispiel schwankt der Ölpreis im Einklang mit den Ereignissen im Nahen Osten. Da die meisten Brennstoffe von dort geliefert werden, wirkt sich ein Preisanstieg schnell auf die wirtschaftliche Aktivität aus.

In diesem eher angespannten Umfeld haben die Zentralbanken die Zinsen sehr niedrig gehalten. Diese tendieren dazu, null oder sogar negativ zu sein. Auf diese Weise wollen sie die wirtschaftliche Aktivität und den privaten Konsum länger anregen.

Während diese Situation die Kreditaufnahme und damit Investitionen in die Wirtschaft und den Konsum stark begünstigt, führt sie zu einer sehr niedrigen Sparquote und sogar zu einer Nullrate für das Sparkonto. Ihr Geld der Bank anzuvertrauen, ist nicht mehr effizient.